EHEMALIGER LIEBLING DES FC CARL ZEISS JENA SEHNT SICH NACH REVANCHE
40 Jahre alt ist Tobias Werner und hat als Fußballer viel erlebt. Dass er es bis in die Bundesliga schaffen und sogar in der Europa League auflaufen würde, daran war nicht zu denken, als der gebürtige Geraer im Alter von sechs Jahren unter Übungsleiter Manfred Malinka erstmals die Schuhe für den TSV 1880 Zwötzen schnürte. Später wechselte er zum 1. SV Gera, spielte in einem Team mit Danny Luft und Torsten Zwick, ehe er mit 13 Jahren weiter zum FC Carl Zeiss Jena zog.
Dort gelang ihm der Sprung bis in die erste Mannschaft, mit der er erst in die Regionalliga Nord und dann 2007 in die 2. Bundesliga aufstieg. In seiner Geburtsstadt zeichnete Tobias Werner beim Jenaer 3:0-Erfolg in der 1. Runde des DFB-Pokals gegen den 1. FC Gera 03 vor 8200 Zuschauern im Stadion der Freundschaft als Torschütze für den Endstand verantwortlich.
Nach weiteren Siegen gegen den 1. FC Nürnberg, Arminia Bielefeld und beim VfB Stuttgart erreichten die Jenaer das Halbfinale, in dem bei Borussia Dortmund das Aus kam. Nach dem Jenaer Abstieg aus der 2. Bundesliga wechselte Tobias Werner zum Liga-Rivalen FC Augsburg, für den er 187 Spiele bestreiten sollte, in denen er 35 Treffer erzielte. Nach dem Augsburger Aufstieg in die Bundesliga gab Werner am 6. August 2011 beim 2:2 im Heimspiel gegen den SC Freiburg sein Debüt in der obersten DFB-Spielklasse. 
Sein erstes Bundesligator erzielte er am 20. November 2011 bei der 1:2-Auswärtsniederlage gegen den VfB Stuttgart. Mit dem Ende der Saison 2014/15 qualifizierte sich der FC Augsburg als Tabellenfünfter für die Europa League. Am 17.September 2015 kam Werner mit seiner Einwechslung im Gruppenspiel bei Athletic Bilbao zu seinem ersten Einsatz auf internationaler Ebene.
Bis zum Ausscheiden im Sechzehntelfinale stand Tobias Werner noch vier weitere Male in der Europa League auf dem Platz. Sein Vertrag beim FC Augsburg lief bis 30. Juli 2017. Er wechselte am 3. August 2016 zum Bundesliga-Absteiger VfB Stuttgart, für den er auf sechs Ligaeinsätze kam und als Zweitligameister wieder in die Bundesliga aufstieg. An den 1. FC Nürnberg ausgeliehen, gelang Werner auch mit den Franken der Sprung ins deutsche Fußball-Oberhaus.
Nach Tobias Werners Rückkehr zum VfB Stuttgart beendete er seine Laufbahn im März 2019. „Endlich habe ich es geschafft, hier selbst einmal dabei zu sein. Danke an meine Augsburger Jungs, die mir gefolgt sind. Paul Verhaegh ist extra aus Holland angereist, andere aus Nürnberg, ich aus Stuttgart. Ich bin sehr stolz darauf, wieder in Gera zu sein“, strahlte Tobias Werner bei der Vorjahresauflage.
Da fiel es nicht weiter ins Gewicht, dass das Finale gegen Werder Bremen mit 1:2 verloren ging. „Wir haben in dieser Besetzung noch nie zusammengespielt“, so der 40-Jährige, der erneut eine schlagkräftige Augsburger Mannschaft zusammengestellt hat, aus der Halil Altintop, Jan-Ingwer Callsen-Bracker und Paul Verhaegh herausragen. Neu im Team ist der 43-jährige Markus Feulner, der beim FC Augsburg als Trainer der zweiten Mannschaft in der Regionalliga fungiert.
Als Spieler wurde er 2003 mit Bayern München und 2011 mit Borussia Dortmund Deutscher Meister, wobei er jeweils über die Rolle des Ergänzungsspielers nicht hinauskam. Vielleicht ist er beim Oldie-Turnier das Zünglein an der Waage, mit dem die Revanche gegen Werder Bremen gelingen kann.
Text und Foto: Jens Lohse





