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Das große Turnierwochenende im Januar
11. bis 13. Januar 2019
Panndorfhalle Gera



20. Geraer Oldie-Cup - Vorschau

Als Rossi übers Parkett stolzierte

Matthias Müller - der die Idee für das Oldieturnier hatte -
über die Anfänge, die Fahrt nach Voolendam und die lange Eintracht-Nacht

von Andreas Rabel


Als er in Erfurt bei einem Oldieturnier zusah, „da hatte ich die kühne Idee, so etwas, natürlich viel besser, auch in Gera zu machen". Matthias Müller sagt das mit einem Schmunzeln, weiß er doch, dass zunächst kaum einer begeistert war von seiner Idee, dass sie ihm einen Vogel gezeigt hätten. Als Abteilungsleiter Fußball beim TSV 1880 Zwötzen ging der 67-Jährige in die Spur, machte sich dran, mit Gleichgesinnten das erste Oldieturnier in der Erwin-Panndorf-Halle zu organisieren.

Der 1. FC Lok Leipzig war der erste Sieger, inzwischen ist das Turnier in Gera ein Renner, die 20. Auflage steigt am 12. Januar. „Paar graue Haare und ein paar schlaflose Nächte hat mir das Turnier schon gebracht", sagt der Zwötzener. Mannschaften nach Gera zu bekommen, sei nicht das Problem, doch als es ums Geld ging, da wurde es eng.

Erstmals erzählt er vom zinslosen Fünf-Tage-Kredit, den er in einem Geldinstitut am Donnerstag abholte. 20 000 D-Mark der Inhalt, auf dem Kuvert stand Müller. „Woher sollte ich das Geld denn nehmen, um, die Startgebühren für die Teams zu bezahlen?" Am Dienstag, als das Geld von der Bandenwerbung, vom Ticketerlös in der Kasse war, steckte er die Scheine in den Umschlag und brachte sie zurück ins Geldhaus.

Der Anfang war gemacht, das Turnier kam ins Rollen und was nach dem Kassensturz über blieb, steckten die Geraer über all die Jahre in Projekte für den Fußballnachwuchs. Das sei auch heute noch so, inzwischen ist der Förderverein Kinder- und Jugendfußball der Ausrichter. Über seine Schiedsrichter-Kollegen Manfred Roßner, Adolf Prokop zu Jan Kaizer kam der Kontakt zu Ajax Amsterdam zustande und eine kleine Delegation setzte sich ins Auto um nach Voolendam zu fahren.

In dem kleinen Ort am Meer, unweit von Amsterdam ließen sich gern die Ajax-Profis nieder. „Wir sind schnell ins Geschäft gekommen, auch wenn es bei Ajax eigentlich keine Oldiemannschaft gibt." Beim 2. Oldieturnier 2000 liefen Simon Tahamata und Gerri Muhren auf, doch die Tribüne murrte: „Der Peter Ducke alleine ist doch so alt wie die Ajax-Truppe zusammen." Mit 4:0 besiegte die Ajax-Mannschaft mit den beiden Oldies im Finale den FC Carl Zeiss Jena. „Wir waren froh, Tahamata und Muhren in Gera gehabt zu haben", sagt Müller und für das 20. Turnier im Januar sagten die Niederländer nur ab, weil sie keine Oldiemannschaft haben.

Anders Juventus Turin, die auch in Gera aufdribbelten - mit Top-Stürmer und Showman Paolo Rossi an der Spitze. Unvergessen, wie er mit seiner Dame in einer Spielpause über das komplette Parkett der Panndorfhalle stolzierte. „Davon reden sie alle heute noch", sagt Matthias Müller und lacht: „Ein bisschen Spaß muss sein ….". Und er räumt auch gleich noch mit einer Mär auf, dass er Peter Ducke die rote Karte gezeigt hat. „Das war Manfred Roßner", sagt er. Der schwarze Peter hatte schon Gelb gesehen und sich einen Disput mit dem Referee geleistet, daraufhin „Rot" gesehen und Roßner den Karton aus der Hand geschlagen.

„Ja, es wurde schon einiges geboten", sagt Matthias Müller, der betont, „wir haben das Turnier immer professionell aufgezogen, aber immer ehrenamtlich mit einer großen Helferschar." Schon bei der Turnierpremiere waren sie erfinderisch, die Zwötzener. Der Geräteraum wurde ausgeräumt, in einen extra vor der Halle aufgestellten Container verfrachtet, das Kabuff mit Stoffen aus der Modedruck-Produktion zum VIPRaum aufgehübscht. Zum dritten Turnier war die Werbebande fertig, die mit Hilfe der Sponsoren entstand. Allein die Farbe, die Matthias Müller aufbrachte, kostete 2000 Mark.

Matthias Müller will keines der bisher 19 Turniere herausstellen. „Inzwischen rufen die Mannschaften bei uns an, fragen, ob sie spielen können", sagt er, nicht ohne Stolz. Und an die lange Eintracht-Nacht kann er sich noch gut erinnern. „Den Frankfurtern hat es so gut gefallen bei uns, erst halb drei sind wir auseinandergegangen." Von der Stadt bekam er prompt eine Rechnung „wegen nicht sportgerechter Nutzung des Meetingraums".

In der Stadionzeitung des Fußball-Bundesligisten widmete man sich wenig später auf einer kompletten Seite dem Geraer Oldieturnier. „Eine bessere Werbung für Gera kann es doch gar nicht geben", meint Matthias Müller. Beglichen haben die Geraer die Rechnung von der langen Frankfurter Nacht dennoch. Auf das 20. Turnier freut er sich. Das Teilnehmerfeld steht, erstmals wird ein Kunstrasen in der Panndorfhalle ausgerollt.




Im Bild: Organisator und Schiedsrichter Matthias Müller (l.) und Michael Schulz von Borussia Dortmund scherzen. (Foto: Tino Zippel/OTZ)


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